Immobilienverkauf in Österreich (Teil II)

Wie schon in der letzten Ausgabe unseres Blogs haben wir Ihnen alle wichtigen Schritte zu einem  Immobilienerwerb erläutert und nahegelegt. Nun widmen wir uns dem Thema, welche Schritte als Verkäufer gesetzt werden müssen, um einen rechtlich korrekten Immobilienverkauf abzuschließen.
Zunächst ist zu sagen, dass für die formalen Erfordernisse genau dieselben gelten wie die für den Erwerber. Konkret bedeutet dies, dass auch in der Position eines Verkäufers für den Abschluss eines Rechtsgeschäftes ein Titel notwendig ist und dieser dann notariell beglaubigt werden muss. Auch was die Eintragung in das Grundbuch anbelangt bzw. die Abwicklung mittels eines Anwalts, der als Treuhänder fungiert, kann zweifelsfrei auf den ersten Teil des Artikels verwiesen werden. Dennoch gibt es einige Punkte, welche vom Verkäufer beachtet werden müssen, vor allem im Hinblick auf steuerrechtliche Aspekte. Die mit Abstand bekannteste und zugleich auch wichtigste Steuer, welche bei einem Immobilienverkauf anfällt, ist die sogenannte Immobilienertragssteuer (ImmoESt). Der ImmoESt unterliegen Veräußerungsgewinne, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit im Hinblick auf die Veräußerung einer Immobilie entstehen, mit einem Steuersatzbetrag von 30%. Zuvor betrug dieser bis 31.12.2015 25%. Bis April 2012 waren etwaige Veräußerungsgewinne von der Spekulationsfrist (10 Jahre) abhängig. So waren Veräußerungen, die außerhalb der Spekulationsfrist lagen, d.h. erst nach 10 Jahren anfielen, steuerfrei. Der Gewinn hängt stark von der „Art des Grundstückes“ ab, da die Ermittlung des Veräußerungsgewinns die Differenz zwischen Veräußerungserlös und Anschaffungskosten ist. Bei den Anschaffungskosten ist zu unterscheiden zwischen: (i) Neugrundstücken (ii) Altgrundstücken Bei Altbaugrundstücken werden wahlweise die Anschaffungskosten mit einem pauschalen Wert ermittelt und diese dann abgezogen, wohingegen man bei Neubaugrundstücken den tatsächlichen Anschaffungswert des Grundstückes heranzieht. Diese Verpflichtung entfällt, wenn eine sogenannte Hauptwohnsitzbefreiung vorliegt. Das bedeutet, dass die Veräußerung einer Immobilie steuerfrei ist, wenn der vermeintliche Steuerpflichtige in diesem Objekt über einen bestimmten Zeitraum seinen Hauptwohnsitz hatte.

Call Now ButtonCall Now

Publikationen

UN-Kaufrecht (Teil II) (Flash News slowakische HK 02/2020)
UN-Kaufrecht (Teil I) (Flash News slowakische HK 01/2020)
Betriebsanlagengenehmigung (Flash News slowakische HK 12/2019)
Citizenship by investments (Flash News slowakische HK 11/2019)
Immobilienverkauf in Österreich (Teil II) (Flash News slowakische HK 10/2019)
Immobilienkauf in Österreich (Teil I) (Flash News slowakische HK 08/2019)
Kein Händlerregress für getätigte Aufwendungen (Flash News slowakische HK 07/2019)
Einlagenrückgewähr im österreichischen GmbH-Recht (Flash News slowakische HK 06/2019)
Fortlaufshemmung der Verjährung für Ansprüche des Handelsvertreters (Flash News slowakische HK 04/2019)
Haftung des Geschäftsführers für gewerberechtliche Übertretungen (Flash News slowakische HK 03/2019)
Grundsätzliches zum österreichischen Verwaltungsstrafverfahren (Flash News slowakische HK 10/17)
Grenzüberschreitende Dienstleistung (Flash News slowakische HK 08/2017)
Das europaweite Problem der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (Flash News slowakische HK 06/2017)
Wichtiges zum österreichischen Gewährleistungsrecht (Flash News slowakische HK 05/2017)
Die anwaltliche Vertretung vor österreichischen Gerichten im Zusammenhang mit dem Einvernehmensrechtsanwalt, (Flash News slowakische HK 04/2017)
Was ist ein Lizenzvertrag? (02/2017 NÖN)
Die Crux mit dem Eintrittsrecht (ecolex 2013, 218)

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner
× What ́s App us!